Bambola sitzt auf meinem Koffer. Nicht neben dem Koffer, nicht davor — auf dem Koffer. Vier Kilo Yorkshire Terrier, maximale Obstruktion. Sie schaut mich an, als wollte sie sagen: Und? Wann fahren wir?
Ich packe seit sieben Jahren mit Hund. Ich habe alles vergessen, was man vergessen kann — Hundetüten, Leine, einmal sogar das Futter für zwei Tage (danke, Tankstellen-Snackregal). Ich habe Dinge mitgenommen, die ich nie gebraucht habe, und Dinge vermisst, von denen ich nicht wusste, dass ich sie brauche. Diese Packliste ist mein Lernschmerz — kondensiert auf das, was wirklich dabei sein muss, wenn du mit einem kleinen Hund unterwegs bist.
Nicht alles davon ist glamourös. Manches davon klingt offensichtlich. Aber ich verspreche dir: Mindestens drei Punkte auf dieser Liste wären mir vor meiner ersten Reise mit Bambola nicht eingefallen.
Das Wichtigste vorweg: Klein heißt nicht unkompliziert
Kleine Hunde haben einen Ruf — leicht zu tragen, leicht zu transportieren, kein Problem. Das stimmt in Teilen. Bambola passt in eine Hundetasche, darf in österreichischen Zügen gratis mit und nimmt im Hotelzimmer ungefähr so viel Platz ein wie ein Schuhkarton. So weit, so gut.
Aber: Kleine Hunde können nicht einfach irgendwo schlafen. Sie frieren schneller. Sie haben kürzere Beine und kleinere Pfoten — Pflastersteine in der Altstadt sind für sie eine andere Erfahrung als für einen Labrador. Und sie haben Meinungen. Starke Meinungen. Über Hotelböden, über fremde Betten, über das Geräusch des Zimmerlüfters.
Die richtige Ausrüstung macht den Unterschied zwischen „das war schön“ und „nie wieder“.
Die Packliste: Was bei uns wirklich immer dabei ist
1. Die Transporttasche — das Herzstück
Wenn Bambola in die Tasche geht, schläft sie. Wenn sie nicht in die Tasche geht, schläft sie nicht — und schläft auch ich nicht. Das ist das Prinzip, auf dem unsere gesamte Reiselogistik aufgebaut ist.
Eine gute Hundetasche für kleine Hunde muss: stabil genug sein, dass sie nicht zusammensackt, wenn der Hund sich umdreht. Belüftet genug, dass es drinnen nicht stickig wird. Und groß genug, dass auch ein Yorkshire Terrier, der sich gerne breit macht, darin sitzen kann, ohne eingequetscht zu wirken.
Was ich nicht empfehle: Die günstigen Faltmodelle aus dem Supermarkt. Die sehen niedlich aus und halten zwei Reisen durch — dann sind die Reißverschlüsse kaputt, genau dann, wenn du am Bahnhof stehst.
2. Die Reisedecke — unterschätzter Gamechanger
Bambola schläft auf ihrer eigenen Decke. Überall. Im Hotel, im Airbnb, im Auto, im Zug. Die Decke riecht nach Zuhause, und das ist der einzige Trick, den ich kenne, der zuverlässig dafür sorgt, dass sie sich irgendwo niederlässt, ohne vorher dreißig Minuten schnüffelnd durch den Raum zu patrouillieren.
Die Decke muss nicht teuer sein. Sie muss nur immer dieselbe sein. Wasch sie selten — der Geruch ist Absicht, kein Problem.
3. Faltbarer Napf — der offensichtliche Punkt, den ich trotzdem einmal vergessen habe
Silikon-Faltnapf. Geht flach. Passt in jede Jackentasche. Trinken unterwegs ist wichtig, besonders im Sommer, besonders in Städten mit Kopfsteinpflaster, auf dem kleine Pfoten sich abrackern.
Ich kaufe die immer in zweier-Pack, weil ich einen verliere. Immer.
4. Hundetreppe oder Rampe — ja, das ist ernst gemeint
Das ist der Punkt, bei dem die meisten Leute mit den Augen rollen. Eine Hundetreppe. Für eine Reise. Wirklich?
Wirklich. Wenn du mit einem kleinen Hund in Unterkünften mit hohen Betten übernachtest — und das sind erstaunlich viele Hotels — dann springt dein Hund entweder selbst rauf und runter, oder du hebst ihn jedes Mal. Zweites klingt harmlos. Ist es aber nicht, wenn du das ein Jahr lang mehrmals täglich machst. Hüftdysplasie und Wirbelsäulenprobleme sind bei kleinen Rassen häufiger als gedacht, und viele Tierärzte machen die häufigen Sprünge von Bett und Sofa mitverantwortlich.
Ich habe die Karlie Easy Step Hundetreppe* jetzt seit zwei Jahren dabei — auf Reisen und zuhause. Sie ist leichter als sie aussieht, die Stufen sind rutschfest, und Bambola hat exakt drei Tage gebraucht, um sie zu akzeptieren. Jetzt benutzt sie die Treppe konsequenter als ich meine eigene.
Die Alternative: eine Rampe. Rampen brauchen mehr Platz, sind aber für Hunde mit Gelenkproblemen oft die bessere Wahl. Für Bambola ohne diagnostizierte Probleme reicht die Treppe.
5. Leine mit Handschlaufe UND Karabiner — zwei verschiedene
Ich habe eine kurze Leine mit fester Handschlaufe für enge Situationen (Bahnhöfe, Aufzüge, volle Märkte) und eine normale Leine mit Karabiner für entspannteres Spazierengehen. Wer immer dieselbe Leine für beides benutzt, kämpft in mindestens einer Situation.
Dazu: immer ein Ersatzkarabiner in der Reisetasche. Kleiner Klick-Karabiner, zwei Euro, ein Mal gerettet in Venedig, als der Karabiner der Hauptleine aufging und Bambola fast beschlossen hätte, die Touristenmassen alleine zu erkunden.
6. Das Reise-Hundekit: Die kleine Apotheke
Was bei mir immer dabei ist:
- Zeckenzange — auch im Winter, auch in der Stadt
- Pfotenpflege-Balsam — Pflastersteine und heiße Böden im Sommer sind rau
- Hundepass und Impfausweis (in Klarsichtfolie, damit ich sie nicht wieder verknautscht rausziehe)
- Notfallnummer des nächsten Tierarztes — nicht googeln wenn es brennt, vorher recherchieren
- Ein paar Leckerlis mehr als nötig — für fremde Hunde, nervöse Momente und Bahnhofssituationen
7. Die Hundetasche für den Alltag unterwegs — nicht die Transporttasche
Ich habe zwei verschiedene Taschen. Eine für den Transport (Zug, Flug, Auto — da geht Bambola rein und bleibt drin). Und eine für den Alltag unterwegs — eine Umhängetasche mit Hunde-Sitzfläche, aus der sie rausschauen kann, wenn wir durch Städte schlendern.
Der Unterschied: In der Transporttasche sitzt sie. In der Alltagstasche sitzt sie auch, aber mit dem Kopf draußen und dem Wind in den Schlappohren — und das ist für sie das Äquivalent von Business Class.
8. Bekanntes Futter + Notration
Bambola bekommt ihr normales Futter, egal wo wir sind. Ich reise mit einer Vorratsdose für mindestens zwei bis drei Tage mehr als geplant. Weil Pläne sich ändern, weil Futterkauf im Ausland manchmal komplizierter ist als gedacht, und weil ein Hund mit Durchfall wegen plötzlichem Futterwechsel eine Reise schlagartig ungemütlich macht.
Das klingt übertrieben. Es ist nicht übertrieben.
9. Wasserflaschen — mehr als du glaubst
Eine für dich. Eine für Bambola (oder eine mit Napfaufsatz). Ich habe gelernt, dass ich unterschätze, wie viel ein kleiner Hund im Sommer trinkt, wenn er den ganzen Tag in einer Stadt unterwegs ist. Lieber eine Flasche zu viel als eine zu wenig.
10. Das Notfallset für das Hotelzimmer
Kleine Hunde sind oft nervöser in fremden Umgebungen als große. Was bei uns hilft:
- Ein T-Shirt von mir — riecht nach mir, liegt im Körbchen oder auf der Decke
- Ein vertrautes Kauspielzeug
- Adaptil-Spray (Pheromon-Spray für beruhigende Wirkung) — funktioniert nicht immer, aber oft genug
Das sind keine Wundermittel. Aber es macht den Unterschied, ob Bambola die erste Nacht in einem Hotel mit Bellen oder mit Schlafen verbringt.
Die Papiere — der Teil, den man erst vermisst, wenn er fehlt
Ausrüstung kannst du unterwegs nachkaufen. Papiere nicht.
- EU-Heimtierausweis — ausgestellt vom Tierarzt, mit eingetragener Chipnummer. Ohne ihn geht über keine Grenze etwas.
- Mikrochip — die Nummer im Ausweis muss zur Nummer im Hund passen. Klingt banal, wird bei Kontrollen tatsächlich verglichen.
- Gültige Tollwutimpfung — mindestens 21 Tage vor der Einreise. Wer kurzfristig impfen lässt und am nächsten Tag losfährt, hat ein Problem.
- Maulkorb — in Italien musst du generell einen mitführen und auf Verlangen aufsetzen können. In öffentlichen Booten, etwa in der Lagune von Venedig, ist er Pflicht.
- Ein Foto deines Hundes am Handy — für den Fall, dass er wegläuft. Klingt nach Schwarzmalerei, kostet zehn Sekunden.
Ich fotografiere den Heimtierausweis vor jeder Reise ab und schicke ihn mir selbst per Mail. Wenn das Original im Auto liegt und ich im Lokal gefragt werde, habe ich ihn trotzdem dabei.
Tipp: Gewöhne den Maulkorb zu Hause an, nicht am Steg oder im Zug. Zehn Minuten am Tag mit Leckerli, zwei Wochen lang, dann ist es für den Hund ein Kleidungsstück und kein Angriff. Ein leichter Nylonkorb reicht und passt zusammengefaltet in jede Tasche.
Wie ich packe, damit nichts vergessen wird
Der Trick ist nicht die Liste. Der Trick ist die Tasche.
Alles, was Bambola gehört, hat eine eigene Tasche. Nicht verteilt auf drei Koffer, nicht „das Futter kommt zu den Lebensmitteln“. Eine Tasche, nur ihre. Die wird als Erstes gepackt und als Erstes ins Auto getragen.
Der Grund ist simpel: Wenn alles an einem Ort liegt, siehst du sofort, was fehlt. Und wenn ihr ankommt, stellst du eine einzige Tasche ins Zimmer und der Hund hat sein komplettes Zuhause dabei — Decke, Napf, Futter, Spielzeug. Das beruhigt schneller als jedes gute Zureden.
Zwischen zwei Reisen räume ich diese Tasche nicht aus. Nur Futter und Wasser kommen raus, der Rest bleibt drin. Damit reduziert sich das Packen beim nächsten Mal auf einen Satz: Tasche nehmen, Futter rein, fertig.
Tipp: Leg einen Zettel mit den drei Dingen obenauf, die du erst im letzten Moment einpacken kannst — Futter, Wasser, Medikamente. Sonst sind genau die es, die zu Hause bleiben.
Wo diese Packliste sich bewährt hat
Nichts davon ist Theorie. Das ist die Liste, mit der wir unterwegs waren:
- Turracher Höhe mit Hund — Berge auf 1.763 Metern, kühl, weiche Wege, kalter Bergsee
- Bibione mit Hund — Adria im Hochsommer, Hitze, Asphalt, wenig Schatten
- Burano mit Hund — Lagune im Winter, Boot, Wind, Stein unter den Pfoten
- Autoreise mit Hund leicht gemacht — alles, was vor dem Ankommen passiert
Drei sehr verschiedene Reisen, dieselbe Tasche. Nur der Mantel wandert je nach Jahreszeit rein oder raus.
Was ich nie mehr mitnehme
Das Hundegeschirr in Größe S, das „eigentlich gut passt“. Es passt nie gut genug, wenn der Hund zieht. Ich habe drei davon zuhause, von denen jedes einzelne exakt ein Mal benutzt wurde.
Den extra Hunde-Regenmantel. Bambola mag ihn nicht. Sie steht darin wie einbetoniert und weigert sich zu gehen. Im Regen läuft sie lieber — schnell und mit maximalem Augenrollen in meine Richtung. Wir haben einen Kompromiss gefunden: Sie wird nass, ich trockne sie ab. Ende.
Alles mit dem Label „speziell für Reisen“ auf der Verpackung. Das kostet meistens das Doppelte und kann dasselbe wie das normale Produkt.
Checkliste vor jeder Reise
- Hundepass + Impfausweis ✓
- Futter für Reisedauer + 3 Tage Reserve ✓
- Transporttasche geprüft (Reißverschluss, Zustand) ✓
- Vertraute Decke eingepackt ✓
- Faltnapf ✓
- Pfoten-Set (Balsam, Zeckenzange) ✓
- Leine + Ersatzkarabiner ✓
- Leckerlis ✓
- Notfallnummer Tierarzt am Zielort recherchiert ✓
🐾 Du reist mit einem Yorkshire Terrier?
Diese Übersicht gibt dir einen guten Überblick — aber meine rassenspezifische Reise-Packliste für Yorkshire Terrier geht noch eine Etage tiefer: mit allem, was Yorkies besonders brauchen, Größenangaben, konkreten Produktempfehlungen und einer druckfertigen Abhak-Liste für die Reisetasche.
FAQ: Reisen mit kleinem Hund
Welche Transporttasche ist die beste für kleine Hunde?
Das hängt vom Hund und von der Reiseart ab. Für Züge und Städtetrips reicht eine gute Softshell-Tasche. Für Flüge brauchst du eine, die die Maße der Airline erfüllt — die variieren, also immer vorher checken. Wichtig: Der Hund sollte vorher damit vertraut sein, nicht erst am Bahnhof.
Darf mein kleiner Hund in Hotels?
Meistens ja, aber fast nie ohne Aufpreis. Ich filtere bei der Buchung immer nach „Haustiere erlaubt“ und frage bei der Reservierung explizit nach — auch wenn es auf der Website steht. Hotels ändern ihre Richtlinien, und ein böses Erwachen an der Rezeption ist unnötig.
Wie gewöhne ich meinen Hund an die Reisetasche?
Langsam. Die Tasche zuhause offen hinlegen, Leckerlis reinwerfen, warten. Nicht sofort reinsperren und losgehen. Bambola hat zwei Wochen gebraucht, bis sie freiwillig in die Tasche gegangen ist — dann war es kein Thema mehr.
Brauche ich eine Hundetreppe wirklich?
Wenn dein Hund klein ist und viel auf Möbel springt — ja. Nicht wegen der einen Reise, sondern wegen der Summe an Sprüngen über Jahre. Meine Tierärztin hat mich darauf aufmerksam gemacht, und ich bereue es nicht, früh umgestiegen zu sein.
Was tue ich, wenn mein Hund im Hotel nicht schläft?
Vertraute Gegenstände, Pheromon-Spray, und: Erwartungen anpassen. Die erste Nacht ist oft unruhig. Das ist normal, kein Zeichen, dass dein Hund „nicht reisegeeignet“ ist. Bambola schläft nach der ersten Nacht an fast jedem Ort wie ein Murmeltier.
Fazit: Packen ist kein Hexenwerk — aber ein Lernprozess
Meine Packliste sieht heute anders aus als vor drei Jahren. Manches ist weggefallen, manches dazugekommen — meistens nach einer Situation, in der ich gedacht habe: Das passiert mir nie wieder.
Das Schöne an Reisen mit kleinem Hund ist: Es wird mit jeder Reise einfacher. Du kennst deinen Hund besser, du weißt was er braucht, und irgendwann packst du fast ohne nachzudenken — und Bambola sitzt trotzdem auf dem Koffer.
Manche Dinge ändern sich eben nie.
Hast du Ergänzungen für deine eigene Packliste? Schreib mir auf Instagram @pfoten_nomadin — ich freue mich über jeden Tipp, den ich noch nicht kenne.
Transparenzhinweis: Reise, Fotos und Erlebnisse sind echt und meine eigenen. Beim Schreiben und Strukturieren dieses Artikels habe ich KI eingesetzt; die Inhalte habe ich geprüft und freigegeben.
Werbehinweis: Dieser Artikel enthält Empfehlungen zu Ausrüstung. Partnerlinks sind mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet — für dich ändert sich am Preis nichts. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Empfohlen wird ausschließlich, was Bambola und ich selbst genutzt haben.







